Einigung bei Tarifverhandlungen für Geld- & Wertdienste in NRW

29.04.2009

Der abgeschlossene Lohntarifvertrag hat eine Laufzeit von 28 Monaten und gilt vom 1. Mai 2009 bis 31. August 2011

Ratingen. Nach angespannten und äußerst schwierigen Tarifverhandlungen einigten sich am 27. April 2009 die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste e. V. (BDGW) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Landesbezirk Nordrhein-Westfalen in Ratingen auf einen neuen Lohntarifvertrag für die Geld- und Wertdienste in Nordrhein-Westfalen (NRW). Damit konnten die von ver.di angekündigten massiven Streiks vor Ablauf der Friedenspflicht abgewendet und somit die Beeinträchtigung der Bargeldversorgung verhindert werden.

Der abgeschlossene Lohntarifvertrag hat eine Laufzeit von 28 Monaten und gilt vom 1. Mai 2009 bis 31. August 2011. Er sieht in 2 Stufen Lohnerhöhungen für die Beschäftigten vor. Statt den sonst üblichen zwölfmonatigen Stufenlaufzeiten haben sich die Tarifvertragsparteien auf zwei 14-monatige Stufenlaufzeiten für Lohnerhöhungen verständigt. In der ersten Stufe, gültig bis 30. Juni 2010, werden die Löhne um 4,3 % und in der zweiten Stufe vom 1. Juli 2010 bis 31. August 2011 um weitere 3,3 % angehoben. Auf jeweils 12 Monate umgerechnet bedeutet dies für die Unternehmen eine Belastung von 3,7 % in der 1. Phase und 2,8 % in der 2. Phase.

Andreas Paulick, Geschäftsführer der BDGW und Verhandlungsführer der Arbeitgeber für den Tarifvertrag in Nordrhein-Westfalen, kommentierte das Verhandlungsergebnis mit den Worten: „Angesicht der von ver.di erhobenen Lohnforderungen zwischen 22 % und 30,8 % und vor dem Hintergrund der derzeitigen schwierigen Wirtschafts- und Finanzsituation, haben sich die Arbeitgeber unter Abwägung aller Begleitumstände im Interesse ihrer Kunden und zur Sicherung der Bargeldversorgung nach einer Mehrheitsentscheidung auf diesen Abschluss geeinigt. Auf diese Weise ist es uns gelungen, die in Vorbereitung befundenen massiven Streiks von ver.di zu verhindern, ein Zeichen der Stabilität in wirtschaftspolitisch schwierigen Zeiten für Handel und Banken zu setzen sowie Arbeitsplätze zu sichern“.

Paulick betonte weiter, dass „NRW auch als Wirtschaftsstandort als auch der Tarifabschluss ein absoluter Sonderfall und für andere Tarifgebiete nicht übertragbar sei. Ver.di täte gut daran, Markt- und somit Realitätsnähe für künftige Verhandlungen unter Beweis zu stellen“.